In der Welt der Gravel-E-Bikes prallen zwei Philosophien aufeinander. Stellt man das Mondraker Dusty RR ED1 2024 und das KTM Macina Gravelator SX 10 gegenüber, vergleicht man einen leichten Carbon-Renner mit Nabenmotor mit einem robusten Alu-Tourer mit Mittelmotor. Beide haben ihre Vorzüge – aber welches Modell passt besser zu den eigenen Bedürfnissen?
Design und Bauqualität entscheiden maßgeblich über Leistung und Langlebigkeit. Das Mondraker Dusty RR setzt auf einen Carbonrahmen mit Carbon-Starrgabel und kommt damit laut Rennrad-News auf 13,2 Kilogramm (Größe L). Das KTM Macina Gravelator SX 10 nutzt einen Aluminiumrahmen aus 6061 und wiegt 16,2 Kilogramm. Drei Kilogramm Unterschied klingen wenig – am Berg und beim Tragen über eine Treppe sind sie deutlich spürbar.
Der Motor ist das Herz eines E-Bikes, und hier trennen sich die Wege am klarsten. Das Mondraker fährt einen MAHLE X20 in der Hinterradnabe: leise, unauffällig, ohne Kettenzug. Das KTM setzt auf einen Bosch Performance Line SX im Tretlager, der über die Schaltung wirkt und an steilen Rampen mehr Reserve hat. Beide sind auf 250 Watt Nenndauerleistung ausgelegt und regeln bei 25 km/h ab.
Beim Fahrkomfort zählt vor allem eines: Keines der beiden Räder hat eine Federgabel. Gedämpft wird über den Reifen. Das KTM hat hier mit 45 Millimetern Reifenbreite den handfesten Vorteil gegenüber den 40 Millimetern des Mondraker – mehr Luftvolumen bedeutet niedrigeren Druck und mehr Komfort.
Beim Preis-Leistungs-Verhältnis lohnt ein genauerer Blick. Das Mondraker ist mit 6.299 Euro UVP die teurere Wahl, das KTM liegt bei 4.299 Euro UVP. Am Ende zählt, wofür man das Rad tatsächlich braucht.
Design und Bauqualität
Bei Gravel-E-Bikes sind Rahmenmaterial und Gewicht das Fundament. Das Mondraker Dusty RR ED1 2024 setzt auf einen Carbonrahmen – das Rahmenkit allein wiegt laut Hersteller knapp 1.300 Gramm – kombiniert mit einer Carbon-Starrgabel. Das KTM Macina Gravelator SX 10 bevorzugt einen robusteren Aufbau mit Aluminiumrahmen und einer Carbon-Gabel mit Anschraubpunkten für Gepäck.
Beide Modelle verfolgen unterschiedliche Ziele: Das Mondraker optimiert auf Gewicht, das KTM auf Zuladung und Alltagstauglichkeit. Eine Übersicht:
| Merkmal | Mondraker Dusty RR ED1 2024 | KTM Macina Gravelator SX 10 |
|---|---|---|
| Rahmenmaterial | Carbon | Aluminium 6061 |
| Gabel | Carbon-Starrgabel | Carbon-Starrgabel mit Ösen |
| Gewicht | 13,2 kg | 16,2 kg |
| Reifenbreite | 40 mm (Maxxis Rambler) | 45 mm (Schwalbe G-One Bite) |
Wer das Rad häufig trägt, in den Keller schleppt oder auf jedes Kilo achtet, greift zum Mondraker. Wer Gepäckträger, Schutzbleche und volle Taschen einplant, ist mit dem stabileren KTM besser bedient.
Motor und Leistung
Hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Rädern, und er ist grundsätzlicher Natur. Das Mondraker fährt einen Nabenmotor, das KTM einen Mittelmotor. Der Nabenmotor sitzt im Hinterrad und schiebt direkt an; der Mittelmotor sitzt im Tretlager und wird von der Schaltung mitverstärkt.
In der Praxis heißt das: Der MAHLE X20 im Mondraker ist deutlich leiser und belastet die Kette nicht, geht aber an sehr steilen Rampen früher die Luft aus. Der Bosch SX im KTM hat mit 55 Newtonmetern und bis zu 600 Watt Spitzenleistung mehr Reserve am Berg, ist dafür hörbar und lässt die Kette schneller verschleißen.
Technische Details im Überblick:
| Modell | Antrieb | Drehmoment | Akku |
|---|---|---|---|
| Mondraker Dusty RR ED1 2024 | MAHLE X20 (Hinterradnabe) | 23 Nm an der Nabe (Stand vor dem Upgrade 2025) | 350 Wh (+171 Wh Range Extender) |
| KTM Macina Gravelator SX 10 | Bosch Performance Line SX (Mittelmotor) | 55 Nm | 400 Wh |
Die Drehmomentwerte sind nicht direkt vergleichbar: MAHLE stellt die Nabenunterstützung heute der Wirkung eines Mittelmotors mit rund 65 Newtonmetern gegenüber (vor dem System-Upgrade 2025: 55) – das ist eine Herstellerangabe, kein Messwert.
Bei der Reichweite hat das KTM ab Werk die Nase vorn, weil es mit 400 Wattstunden schlicht mehr Kapazität mitbringt. Beide lassen sich erweitern: Mit dem optionalen Range Extender im Flaschenhalter kommt das Mondraker auf 521 Wattstunden, das KTM mit Boschs PowerMore 250 auf 650. Wer lange Touren plant, sollte diesen Zusatzakku beim Mondraker von Anfang an einkalkulieren – er kostet 499 Euro extra.
Fahrkomfort und Handhabung
Fahrkomfort und Handhabung entscheiden darüber, ob eine Vierstundentour Spaß macht. Wichtig zu wissen: Weder das Mondraker Dusty RR noch das KTM Macina Gravelator SX hat eine Federgabel. Beide fahren starr. Eine Federgabel gibt es bei Mondraker erst im Topmodell Dusty XR.
Die einzige Dämpfung ist damit der Reifen, und dabei zählt jeder Millimeter Breite. Ein Überblick:
| Modell | Federung | Geometrie |
|---|---|---|
| Mondraker Dusty RR ED1 2024 | Starr, 40-mm-Reifen | Langer Reach, flacher Lenkwinkel (70°) |
| KTM Macina Gravelator SX 10 | Starr, 45-mm-Reifen | Tourenorientiert, aufrechter |
Das Mondraker überträgt seine Forward Geometry aus dem Mountainbike-Bereich auf das Gravelbike: langer Reach, kurzer Vorbau, flacher Lenkwinkel. Das macht es auf Schotterabfahrten auffallend ruhig, in engen Kehren dagegen träger. Das KTM sitzt aufrechter und ist auf lange, gleichmäßige Etappen ausgelegt.
Wer den Komfort verbessern will, dreht zuerst am Reifendruck, nicht am Sattel. Bei rund 90 Kilogramm Fahrergewicht liegt der sinnvolle Bereich für tubeless gefahrene 40er-Reifen etwa zwischen 2,3 und 2,7 bar – deutlich unter dem, was auf der Flanke als Maximum steht.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Zahlen und Features auf einen Blick:
| Modell | UVP | Schaltung | Besondere Merkmale |
|---|---|---|---|
| Mondraker Dusty RR ED1 2024 | 6.299 € | SRAM Rival XPLR eTap AXS 1×12 (elektronisch) | Carbonrahmen, 13,2 kg, sehr leiser Nabenmotor |
| KTM Macina Gravelator SX 10 | 4.299 € | Shimano GRX RX822 1×12 (mechanisch) | 400-Wh-Akku, 45-mm-Reifen, Ösen für Gepäck |
Das Mondraker kostet rund 2.000 Euro mehr und liefert dafür Carbon, drei Kilogramm weniger Gewicht und eine elektronische Funkschaltung. Das KTM ist der Preis-Leistungs-König – mehr Akku, breitere Reifen und Gepäckösen für deutlich weniger Geld, dafür schwerer und mit mechanischer Schaltung.
Ein Hinweis zum Kaufzeitpunkt: Beide Räder sind als Vorjahresmodell regelmäßig deutlich günstiger zu haben. Beim Mondraker Dusty RR lag der Abverkaufspreis 2024 deutlich unter den 6.299 Euro UVP, unser eigenes Rad kostete 4.400 Euro (siehe Nachtrag). Technisch ändert sich zwischen zwei Modelljahren oft wenig.
Wer langfristig plant, sollte die Gesamtkosten im Blick behalten: Wartung, Ersatzteile und vor allem der Akku fließen ebenso ins Urteil ein wie der reine Kaufpreis. Ein Ersatzakku kostet bei beiden Systemen einen hohen dreistelligen Betrag. Ebenfalls lesenswert sind unsere Beiträge Exklusive Angebote mit eBay Rabattcodes und Eine Auswahl der besten Online-Casinos ohne Oasis, die Paysafecard-Einzahlungen akzeptieren.
Technische Angaben im August 2026 anhand der Herstellerdaten von Mondraker, MAHLE, KTM und Bosch geprüft und korrigiert. Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen des Modelljahres 2024.
Unser eigenes Dusty RR in Größe XL haben wir im April 2024 aus dem Abverkauf für 4.400 Euro gekauft. Inzwischen hat es rund 15.000 Kilometer hinter sich, die meisten davon ohne Aufzeichnung. In der Werkstatt stand es zweimal, für eine Inspektion samt gerichtetem Schaltauge (2025) und für das Entlüften der Bremsen mit neuen Belägen hinten (2026). Motor und Akku waren nie ein Fall für den Service. An der Einschätzung oben ändert das nichts: Wer Carbon, wenig Gewicht und einen leisen Antrieb will, greift zum Mondraker, wer Reichweite fürs Geld sucht, zum KTM.

